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Member Care

Begleitung ausgesandter Missionare

In der Bibel findet sich eine Vielzahl von ‚einander‘ Aufforderungen – davon fast 60 im Neuen Testament – die uns Christen anleiten, Leib Jesu zu verkörpern.

Sie sprechen von Einheit, Liebe, Demut und einigen anderen praktischen Lebensbereichen.

In der heimischen Gemeinde, im Familie- oder Freundeskreis gehört die gegenseitige Fürsorge wie selbstverständlich zum Alltag.

Doch wenn Missionare ihre Heimat verlassen, bleibt das ermutigende und zum Wachstum anregende Umfeld zurück. Missionare betreten eine fremde Kultur, oft in von Armut und Krisen geschüttelten Gebieten, und geraten durch ihre geistliche Tätigkeit ins Schussfeld des Feindes. Ohne Ermutigung, Freundschaft, Hilfe, Beratung und unterstützende Fürbitte stehen sie mitten im Kampf allein. Aus der Missionsgeschichte wissen wir, wie viele, die uns heute als missionarische Helden vor Augen stehen, – ein Hudson Taylor etwa, Adoniram Judson oder David Livingston – einen hohen Preis zahlen mussten, hin bis zu abgrundtiefer Verzweiflung und oft auf Kosten der Familie.

Natürlich gilt, damals wie heute: Gott, der uns sendet, ist unser Begleiter, ist unser Fels, unser Versorger, unsere Hilfe. Und der Heilige Geist steht uns bei als Tröster, als Ratgeber und Lehrer.

Doch die vielen ‚einander‘ Aufforderungen machen sowohl Heimatgemeinden als auch sendenden Organisationen mehr als deutlich, welche Verantwortung wir unseren Missionaren gegenüber haben.

Was ist der Nutzen von „Member Care“ für Missionare?

Studien belegen, dass die vorzeitige Rückkehr von Missionaren in vielen Fällen durch entsprechende Begleitung und Intervention vermeidbar gewesen wäre.

Gute Mitarbeiterbegleitung beinhaltet, das persönliche Wohlergehen des Missionars und seiner Familie im Blick zu haben und Unterstützung in der Dienstausübung und -entwicklung anzubieten. Sie bereitet den Missionar auf seine Aufgaben vor, steht ihm zur Seite in seiner geistlichen, persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung mit dem Ziel, einen ertragreichen und anhaltenden Dienst durchführen zu können, dessen Frucht seine Präsenz am Dienstort überdauert.

„Gute Mitarbeiterbegleitung hilft, gute Missionsarbeit zu machen“, sagt Kelly O’Donnell, an dessen 5-Sphären-Modell sich die Member Care Arbeit bei Globe Mission anlehnt. O’Donnell ist einer der neuzeitlichen Pioniere zu diesem Thema und wir schätzen die Bandbreite seiner Recherchen und ihre biblisch fundierte Umsetzung sehr.

In welchen Bereichen ist Begleitung notwendig?

  • Master Care

    bezieht sich
    a) auf Gottes Fürsorge für uns, unsere Beziehung zu Ihm, ausgedrückt in geistlichen Disziplinen wie Gebet, Bibellese etc. und
    b) unsere Fürsorge für Gottes Sache, also unseren Dienst für Ihn.

  • Self Care

    die Eigenverantwortung des Missionars für seine Gesundheit und sein Wohlbefinden in allen Lebensbereichen, Mutual Care – die gegenseitige Unterstützung vor Ort durch Familie, Freunde, die Gemeinde vor Ort und Missionarskollegen zum Zweck der Ermutigung, Rechenschaft und Korrektur. Diese Sphäre ist sozusagen das Rückgrat von Member Care.

    Self Care

  • Sender Care

    Die Verantwortung der sendenden Gemeinde und der Missions-gesellschaft, also in unserem Falle Globe Mission, den Missionar von der Rekrutierung bis zur Pensionierung, bzw. der Rückkehr zu begleiten.

  • Specialist Care

    Hier geht es um ein professionelles, persönliches und praktisches Angebot von Fürsorge in den Bereichen Gesundheit, Teamaufbau/zwischenmensch-liche Kompetenz, Finanzen/Logistik, Seelsorge/psychologische Hilfe, Krise/Notfallhilfe, Familie/Missionarskinder, Weiterbildung/Karriereentwicklung, geistliche Abdeckung.

    Specialist Care

  • Network Care

    Ausbau eines Netzes an Beziehungen auf dem Feld zwischen verschiedenen Werken/Gemeinden zur gegenseitigen Förderung und Stütze.

Wie setzen wir bei Globe diese Begleitung in die Tat um?

Die Begleitung derer, die wir an die Missionsfronten aussenden, ist Herzenssache. Diesen Wert haben Brad und Jan Thurston bei der Gründung von Globe Mission tief in die Organisationskultur hineingelegt.

Über die Jahre ist nun ein Team von Member Care Begleitern entstanden, die alle selber Missionserfahrung und diverse fachlich relevante Ausbildungen haben. Jeder Missionar, den wir aussenden, bekommt einen Ansprechpartner aus dem Team, mit dem er in abgesprochenen zeitlichen Abständen kommuniziert.

Außerdem vernetzen wir Missionare miteinander zu Austausch und gegenseitiger Ermutigung.

Als Team arbeiten wir ständig daran, Rahmenbedingungen und Strukturen so anzupassen, dass sie den Bedürfnissen einer wachsenden Zahl von Missionaren gerecht werden können.

Dazu kommt die unmittelbare Zugangsmöglichkeit zur Zentrale in Hamminkeln, wo auch die Mitarbeiter ihrerseits sehr engagiert sind, den Kontakt zum ‚Außendienst‘ aktuell und lebendig zu halten. Regelmäßige Kommunikation gehört genauso dazu wie die Arbeit hinter den Kulissen, die für administrative Sicherheit bei Finanzen und Versicherungen sorgt.

Wir bieten Begegnungswochen in Hamminkeln an, haben einen Krisenplan (in der Hoffnung, darauf nie zurückgreifen zu müssen) und einen Fundus von Informationen über Spezialisten, mit denen unsere Missionare im Bedarfsfall Kontakt aufnehmen können.

Wir danken Euch allen, die Ihr persönlich oder durch Eure Gemeinde Euren Teil dazu beitragt, dass ‚Botschafter an Christi statt‘ in der ganzen Welt das Evangelium verkündigen und vorleben können. Lasst uns gemeinsam alles Notwendige tun, damit sie ihre Aufgaben segens- und siegreich erfüllen können.

Ulrike Krallmann und ihr Mann Günter waren 1992 die ersten Globe-Missionare. Seit 2018 leben sie in der Schweiz und sind im internationalen Lehrdienst tätig. Mehr Infos zu ihrem Dienst findest Du hier.

[1] Doing Member Care Well, Perspectives and Practices From Around the World, ©2002 World Evangelical Alliance Missions Commission, S. 1