Missionsglossar

Hier erläutern wir die Bedeutungen einiger wichtiger Missionsbegriffe: 

10/40-Fenster:
Ein imaginäres, rechteckiges Gebiet zwischen dem 10. und dem 40. Breitengrad nördlich des Äquators, das sich von Nordafrika über den Nahen und Mittleren Osten bis nach Asien erstreckt. In diesem Gebiet befinden sich die Länder der Welt, die die größten materiellen und geistlichen Nöte haben, die meisten der am wenigsten erreichten Völker der Welt und die meisten Regierungen, die dem Christentum feindlich gegenüberstehen. In diesem Gebiet lebt die Mehrheit aller Muslime, Hindus und Buddhisten.

40/70-Fenster:
Zwischen dem 40. und dem 70. Breitengrad nördlich des Äquators befinden sich die 61 Länder Europas, Nord- und Zentralasiens. Dies ist ein Gebiet mit besonders niedriger Bekehrungsrate. West-Europa muss neu evangelisiert werden, andere Länder, Russland mit eingeschlossen, benötigen verstärkte Evangelisationsinitiativen.

Abrahamitischer Bund:
1. Mose 12, 1-3. Dies ist der Bund, den Gott mit Abraham schloss und in dem Er ihm verheißen hat, dass Er ihn segnen würde und dass er und seine Nachkommen zum Segen für alle Völker werden würden.

Abschluss (engl. closure):
Das Konzept, dass der Missionsauftrag des Leibes Christi in messbarer Weise erfüllt werden kann, indem alle Völker der Erde evangelisiert oder erreicht werden. Dies ist jedoch nicht mit einer zeitlichen Zielvorgabe verbunden.

MissionsbegriffeAdopt-a-People:
Eine Volksgruppe adoptieren. Eine Missionsmobilisationsstrategie, die sich dafür einsetzt, dass Gemeindegründungsbewegungen in jeder Volksgruppe entstehen, indem Gemeinden ermutigt werden, gemeinsam mit Missionsgesellschaften zusammen zu arbeiten, damit der  Missionsauftrag erfüllt wird. Dabei kann z.B. eine Gemeinde eine Volksgruppe „adoptieren“, d.h. für dieses Volk regelmäßig beten und mitarbeiten, damit dieses Volk erreicht wird.

Allgemeine Offenbarung:
„revelatio generalis“, in der sich Gott allen Menschen durch die Schöpfung offenbart, damit jeder erkennt, dass es Gott gibt. Das Wort Gottes spricht davon, dass es jedem Menschen ins Herz geschrieben ist und deshalb jeder Gottes allgemeine Offenbarung hat.

Animismus:
Der Glaube, dass in Gegenständen und in Phänomenen der Natur Geister wohnen, die man besänftigen und beschenken muss, damit sie keinen Schaden anrichten.

Anonyme Missionare:
Missionare, die in Ländern oder Gegenden leben, in denen religiöse und ethnische Spannungen immer wieder zu Ausschreitungen führen, die für sowohl für die lokale Bevölkerung als auch für sie selbst gefährlich werden können. Zu ihrem Schutz und zum Schutz der Menschen in ihrem Umfeld werden ihre Namen in der Öffentlichkeit nicht erwähnt.

Berufung:
Der individuelle göttliche Lebensauftrag eines Menschen. Gott hat für jeden Menschen einen Plan, auf welche Weise und in welchem Umfeld er als Teil im Leib Jesu dienen soll. Gottes Wort lässt nicht erkennen, dass Gott dazu in erster Linie Fähige beruft, sondern dass er die Berufenen befähigt.

Bi-kulturell:
Die Fähigkeit, in zwei Kulturen (der eigenen und der angenommenen) zu leben, sich darin zu bewegen und sich, ohne Kulturschock, in beiden wohl zu fühlen.
 
Brückenbauer:
Christen, die nach Möglichkeiten Ausschau halten, ausländische Menschen in ihrem Land zu erreichen und besonders willkommen zu heißen, wenn sie gerade erst angekommen sind.

Brückenkopf:
Die anfängliche Gründung von einheimischen Gemeinschaften in einer ansonst unerreichten Volksgruppe oder in einem unerreichten Bevölkerungssegment.

Charismatiker: 
→ s. Christen

Christen: 
Nachfolger von Jesus Christus aus allen Traditionen, Konfessionen und Denominationen. Darunter befinden sich verschiedene Gruppierungen an wiedergeborenen Christen. (Darüber hinaus gibt es natürlich in allen Bereichen der Christenheit wiedergeborene Christen, z.B. in den verschiedenen Staatskirchen und anderen Gruppen)
a) Evangelikale: eine Gruppierung des Protestantismus, die Folgendes betont:
1. Jesus Christus als Herr und alleinige Quelle des Heils durch den Glauben an ihn.
2. Persönlicher Glaube und Bekehrung durch die Wiedergeburt durch den Heiligen Geist.
3. Die Anerkennung des inspirierten Wortes Gottes als alleinige Grundlage für Glauben und Leben.
4. Verpflichtung zur biblischen Verkündigung und Evangelisation, die Andere zum Glauben an Christus führt.
b) Charismatiker: Christen, die eine erneuernde Erfahrung des Heiligen Geistes gemacht haben und gegenwärtig eine Geistesgabe wie Zungenrede, Heilung, Prophetie und Wunderwirkungen praktizieren. Die charismatische Erneuerung, also die „Zweite Welle“ der Pfingstbewegung, ist im Allgemeinen in den älteren, etablierten Kirchen geblieben. Es gibt daneben eine „dritte Welle“ der Pfingstbewegung, die sich weniger offen und direkt mit der Pfingstbewegung oder der charismatischen Bewegung identifiziert, aber viele Kennzeichen der Pfingstbewegung übernimmt.
c) Pfingstler: Anhänger von pfingstkirchlichen Denominationen, die eine entsprechende Theologie vertreten, die normalerweise eine Erfahrung der Taufe mit dem Heiligen Geist als auf die Bekehrung folgendes Ereignis und das Ausüben der Geistesgaben wie Heilung, Prophetie, Wunderwirkungen und insbesondere Zungenreden als Kennzeichen der Geistestaufe einschließt (aus „Gebet für die Welt“).

Denomination:
eine Gruppierung innerhalb des Christentums mit von anderen Gruppierungen unterscheidbaren Merkmalen oder Glaubensschwerpunkten.

Dynamische Äquivalenz:
Eine sinngemäße Übersetzungsmethode der Bibel. Der Urtext wird berücksichtigt und der jeweiligen Kultur sprachlich angepasst.

E-1-, E-2-, E-3-Evangelisation:
E-1-Evangelisation – innerhalb der eigenen Kultur,
E-2-Evangelisation – über eine kulturelle Barriere hinweg, z.B. Sprache, und
E-3-Evangelisation – über mehr als zwei oder mehr kulturelle Barrieren hinweg wie z.B. Sprache und Kultur.

Einheimisch:
Von innen heraus oder aus dem lokalen Kontext, der eigenen Kultur und Identität  heraus entstanden.

Entwicklungshilfe (engl. community development = Gemeinwesenarbeit):
Einer Gruppe von Menschen zur Eigenständigkeit und Selbstversorgung zu verhelfen, damit sie sich selbst versorgen und entwickeln können, was sie zum Leben auf einem bestimmten Niveau brauchen.

Erreichte Volksgruppe: 
→ s. unerreichte Volksgruppe

Erster Teil (engl. top-line):
„Ich will dich segnen“ ist der erste Teil von Abrahams Berufung in 1. Mose 12.

Ethne (ethnos):
Ein griechisches Wort, welches im Neuen Testament für Nationen (Völker) gebraucht wird und von welchem wir das Wort Ethnologie = Völkerkunde, erhalten.

Ethnolinguistische Volksgruppe:
Eine ethnische Gruppe von Menschen, die sich aufgrund ihrer Tradition, ihrer gemeinsamen Abstammung, Kultur, Sprache, Religion, Kaste etc. oder einer Kombination von allem, einander zugehörig fühlen.

Ethnozentrismus:
Kulturelle Engstirnigkeit. Die Überzeugung, dass die Art und Weise, wie wir es in unserer eigenen Kultur handhaben, der einzig wahre Weg ist.

Evangelisierung:
a) der ganze Vorgang der Ausbreitung der Guten Nachricht von Gottes Reich;
b) das Ausmaß, in welchem die Gute Nachricht verbreitet wurde;
c) das Ausmaß der Erkenntnis über Gottes Reich, Christus und das Evangelium.

Evangelisation:
Die organisierte Aktivität der Gemeinde, das Evangelium zu verbreiten. Im Gegensatz dazu das persönliche Zeugnis, welches ein informelles, spontanes und nicht-organisiertes Mitteilen des Glaubens von einzelnen Christen ist. Evangelisiert ist ein Mensch, eine Gruppe oder ein Land, wenn ihnen das Evangelium so mitgeteilt und angeboten wurde, dass die Hörer den Anspruch Jesu Christi und die Notwendigkeit, ihm zu gehorchen und zu folgen, vernommen haben.

Evangelikale: 
→ s. Christen

Freiwilligendienste:
von Bundesministerien geförderte Auslandsaufenthalte für junge Menschen zum Zwecke einer Mitarbeit in einem sozialen Projekt, meist in einem Entwicklungsland.  

Ganzheitliche Mission/Dienst:
Mission, die den ganzen Menschen im Blick hat, die den physischen und emotionalen wie auch den geistlichen Nöten begegnen möchte.

Gemeinde:
Im Regelfall eine örtliche Kirchengemeinde/Gemeinde bzw. Versammlung der Gläubigen. Der Beginn einer solchen Gemeinde wird als Gemeindegründung bezeichnet.

Gemeindegründungsbewegung:
Ein schneller und exponentieller Anstieg an einheimischen Gemeinden, die wiederum Gemeinden innerhalb einer Volksgruppe oder in einem Bevölkerungs-Segment gründen.  → s. Phasen der Gemeindegründung.

Homogen:
Etwas gemeinsam haben, z.B. sind eine Gruppe von Lehrern oder eine Gruppe von Arbeitern eine homogene Gruppe.

Jünger:
Ein hingegebener Nachfolger des Herrn Jesus Christus.

Kernwerte:
Kernwerte sind Leitprinzipien und somit fundamentale Überzeugungen einer Person oder Organisation, die Handlungen und Verhalten leiten.

Kontextualisierung des Evangeliums:
Das Evangelium im Kontext der einheimischen Kultur und Gesellschaft angemessen zu präsentieren,  ohne Kompromisse mit der  Wahrheit einzugehen und ohne das Evangelium abzuschwächen und zu vermischen.

Kultur:
Kultur ist ein integriertes System von Glauben, Werten und Gebräuchen, welche eine Gesellschaft zusammenhält und ihr eine Identität, Würde, Sicherheit und ein Fortbestehen gibt.

Kulturübergreifend:
Kulturelle Unterschiede überschreiten, z.B. Sprache, Glaubensüberzeugun¬gen und Werte, um das Evangelium Menschen aus einem anderen Kulturkreis zu bringen.

Kurzzeitmissionare:
Personen, die als Missionare in einer anderen Kultur für einen Zeitraum zwischen 3 und 24 Monaten arbeiten.

Länder mit beschränktem Zugang:
Staaten, die den Dienst von ausländischen Christen als Missionare begrenzen oder verhindern.

Länder mit kreativem Zugang:
Alternativ zum beschränkten Zugang werden die Länder auch Länder mit kreativem Zugang genannt, weil Ausländer dort andere Wege der Mitarbeit durch säkulare Berufe suchen müssen – etwa im Bereich des Geschäftslebens, der medizinischen Arbeit, der Lehre an Schulen und Hochschulen. Die meisten dieser Länder sind vorwiegend islamisch.

Länder mit erschwertem Zugang:
Ein Land, dessen Regierung oder Regime die Einreise ausländischer Missionare einschränkt und somit auch den Einfluss christlicher Literatur, christlichem Radio und anderer christlicher Dienste und Organisationen.

Länder, die verschlossenen sind:
Ein Land, dessen Regierung oder Regime sich gegenüber der christlichen Mission von außen verschlossen hat.

Lebendige einheimische Gemeinde:
Innerhalb einer Volksgruppe gibt es eine einheimische Gemeinschaft an gläubigen Christen mit adäquater Größe und Mitteln, um unter ihrer Volksgruppe selbstständig, ohne die Hilfe von Missionaren/Missionen zu evangelisieren.

Mandat:
Ein Befehl, für den auch die Ausstattung (Befehlsgewalt) gegeben ist.

Megacity:
Eine große Stadt, die über 10 Millionen Einwohner hat.

Missionar:
Jemand, der mit einer Botschaft gesandt wird. Das Wort leitet sich aus dem Lateinischen ab und hat dieselbe Bedeutung wie das entsprechende, aus dem Griechischen abgeleitete Wort „Apostel“ (Gesandter). Ein christlicher Missionar ist jemand, der von einer örtlichen Gemeinde, einer Kirche und/oder Missionsgesellschaft beauftragt wurde, zu evangelisieren, Gemeinden zu gründen und Menschen als Jünger zu schulen. Dazu verlässt er seine Heimat, um unter Menschen einer anderen Kultur oder Sprache zu leben.

Missionsbefehl/Missionsauftrag:
Mt. 28,18-20, der Missionsauftrag, den Jesus seinen Jüngern vor der Himmelfahrt gegeben hat, in der sie
a) predigen,
b) alle Völker zu Jüngern machen und
c) alle taufen sollen.
Der Missionsauftrag gilt für alle ethnischen Volksgruppen und zieht sich durch die ganze Bibel, von 1. Mose bis Offenbarung.

Missionsbewusste Christen (auch Weltchristen; engl. World Christian):
Weltchristen wissen um eine Sendung und handeln entsprechend. Sie wissen sich von Gott in diese Welt gestellt, um sie mit Gott zu verändern. Weltchristen haben den Missionsauftrag als eine persönliche Herausforderung für ihr Leben und ihren Dienst akzeptiert, sie wirken auf den Leib Christi ein, um den Auftrag gemeinsam umzusetzen.

Missionsgesellschaft/Missionswerk:
Eine Organisation, die Missionare und ihre Gemeinden bei der Ausübung ihrer Tätigkeit unterstützt. Missionsgesellschaften bieten einen rechtlichen Rahmen für Missionare und ihre Arbeit (wodurch Familien beispielsweise Anspruch auf Kindergeld haben), Seminare und Vorbereitungstrains sowie Beratungen in vielerlei Hinsicht.

Missionspartner:
Dies sind Menschen, die in ihrem Herkunftsland leben und arbeiten. Von dort aus leiten oder betreuen sie soziale, humanitäre und/oder evangelistische Projekte im Ausland, die sie auch in regelmäßigen Abständen zur Förderung und Evaluierung besuchen. Missionspartner können auch Personen sein, die in ihrem Herkunftsland Andere für den (Missions-)Dienst im Ausland trainieren oder selbst in ihrem Geburtsland evangelistisch/missionarisch tätig sind. Sie arbeiten als „Missionspartner“ mit einer Missionsgesellschaft zusammen.

Mobilisierer:
Dies sind Christen, die den Weckruf  für den Missionsauftrag Gottes erschallen lassen. Sie rütteln andere Christen zur aktiven Mitarbeit, die Welt zu erreichen, auf.

Monotheismus:
Der Glaube, dass es nur einen Gott gibt.

Muttersprache:
Die erste Sprache, die jemand in seinem Zuhause in der Kindheit erlernt, es ist auch die Heimatsprache.

Nation:
Das biblische Verständnis von Nation: eine ethnische Einheit oder eine Volksgruppe mit ihrer eigenen Sprache, Gebräuchen und Kultur (griechisch = ethnos), im Gegensatz dazu das politische Verständnis einer Nation: ein Land oder eine politisch definierte Region.

Pfingstler:
→ s. Christen

Phasen der Gemeindegründung:
1. Pionierphase,
2. Elternschaftsphase,
3. Partnerschaftsphase,
4. Beteiligungsphase.

Pioniermission:
Missionsarbeit unter einer unerreichten Volksgruppe.

Reich Gottes:
Bezieht sich auf Gottes Herrschaft und seine Souveränität und nicht auf ein Gebiet, in welchem es ausgeübt wird.

Schwer zugängliches Land:
Ein Land, dessen Regierung oder Regime die Einreise ausländischer Missionare einschränkt und somit auch den Einfluss christlicher Literatur, christlichen Radios und anderer christlicher Dienste und Organisationen.

Sendender:
Ein Christ, der aktiv an der Unterstützung und Versorgung von Missionaren, die kulturübergreifend ausgesandt wurden, beteiligt ist.

Spezielle Offenbarung:
revelatio specialis – durch das Wort Gottes ergehende besondere Offenbarung, die in Jesus Christus zum Ausdruck gebracht wird, im Gegensatz zur allgemeinen Offenbarung Gottes durch die Schöpfung.

Strategie:
Eine umfassende Herangehensweise, ein Plan oder Weg, um zu beschreiben, wie man ein Ziel erreichen oder ein Problem lösen möchte.

Strategie-Koordinator:
Der Begriff „Nicht-ortsansässiger Missionar“ wird auch dafür verwendet, besonders dann, wenn der Missionar außerhalb seiner Zielgruppe aufgrund von unterschiedlichen Umständen lebt. Er lebt und arbeitet an Orten, an denen gute internationale Kommunikation und Vernetzung möglich ist. Oft ist sein Dienst auch der eines Bindeglieds oder Brückenkopfes, um verschiedene Dienste, die in einem unerreichten Volk arbeiten, zu verbinden und zu koordinieren.  

Synkretismus:
Religionsvermischung, also der Versuch, Elemente verschiedener religiöser Systeme in eine einheitliche Glaubenslehre und –praxis zusammenzuführen.

Traditioneller Missionar:
Ein Langzeitmissionar, der wie in der Vergangenheit üblich, in ein Land mit der Erlaubnis der Regierung einreisen kann, um jegliche Form christlichen Dienstes auszuüben.

Unerreichte/erreichte Volksgruppe:
Diese Begriffe werden weiterhin verwendet, um Völker, Volksgruppen und Gebiete zu beschreiben, die auf die Verkündigung des Evangeliums reagiert oder nicht reagiert haben.
Eine unerreichte Volksgruppe ist eine ethnolinguistische Volksgruppe, die in ihrer eigenen Kultur und Sprache noch keine lebendige, starke Gemeinde hat, welche in der Lage ist aus eigener Kraft, ohne die Hilfe von Missionaren oder ausländischen Missionswerken ihr eigenes Volk zu durchdringen.
Ein Volk gilt als erreicht, wenn es unter diesem Volk eine angemessene Zahl lebendiger,  einheimischer Gemeinden gibt, die aus eigener Kraft ihr eigenes Volk mit dem Evangelium durchdringen und neue Gemeinden gründen können.

Vision:
1. Eine Zielvorstellung, die ein Mensch von Gott empfangen hat. Eine Vision ist allgemein und verändert sich nicht mit der Zeit. Als Zielvorstellung dient sie als Entscheidungshilfe für einzelne Schritte hin zur Erreichung des gewünschten Zustandes.
2. Ein übernatürliches göttliches Ereignis, in welchem ein Mensch Dinge sehen (teils auch mit anderen Sinnen wahrnehmen) kann, die im Normalfall nicht wahrnehmbar und deren Erscheinen naturwissenschaftlich nicht erklärbar sind. Gott nutzt Visionen, um zu Menschen zu sprechen und ihnen Einblick in Übernatürliches zu geben.

Volksbewegung:
Die Ausbreitung des Evangeliums unter einem Volk auf solche Art und Weise, dass alle Menschen dieser Gruppe die Möglichkeit haben, Jesus kennen zu lernen, normalerweise folgt eine bedeutende Resonanz.

Volksgruppe:
Eine Volksgruppe ist eine genügend große Gruppe von Menschen, die sich selbst als einander zugehörig versteht. Aus der Sicht der Evangelisation ist dies jeweils die größte Gruppe, innerhalb der das Evangelium verkündet werden kann, ohne an Barrieren des Verständnisses oder der Annahme zu stoßen.

Weltanschauung/Weltbild:
Ein generelles Verständnis über die Beschaffenheit des Universums und den eigenen Platz darin. Im Kern der Kultur sind die grundlegenden Überzeugungen verankert, die Menschen über Wirklichkeit und über richtig und falsch haben.

Weltchrist (engl. World Christian):
oder auch missionsbewusster Christ. Weltchristen wissen um eine Sendung und handeln entsprechend. Sie wissen sich von Gott in diese Welt gestellt und sie wollen sie mit Gott verändern. Weltchristen haben den Missionsauftrag als eine persönliche Herausforderung für ihr Leben und ihren Dienst akzeptiert, sie wirken auf den Leib Christi ein, um den Auftrag gemeinsam umzusetzen.

Weltevangelisation/Weltmission:
Dieser Begriff wird für das Erreichen der ganzen Welt mit dem Evangelium Christi gebraucht. Er bezeichnet aber auch unseren Auftrag, jeder Person und jedem Volk der Erde die Möglichkeit zu geben, das Evangelium zu hören, es zu verstehen und Jünger Jesu zu werden.

Wiedergeboren:
ein Mensch, der Jesus Christus bewusst als seinen persönlichen Retter aufgenommen hat (s. Johannes 3,3-6).

Zeltmacher:
Ein trainierter erfahrener christlicher Mitarbeiter mit missionarischer Motivation, der von Gott in einen kulturübergreifenden Dienst im Kontext von säkularer Beschäftigung oder Studium geführt wird.

Zweigleisig:
Ein Adjektiv, das einen Zeltmacher oder Missionar mit doppelter Berufsausübung beschreibt. 1. einmal in seinem säkularen Beruf in einem schwer zugänglichen Land, um 2. in Teilzeit sein christliches Zeugnis oder seinen geistlichen Dienst oder Gemeindegründung auszuüben.

Zweiter Teil (engl. bottom-line):
Wird in Relation zum zweiten Teil des abrahamitischen Bundes benutzt „alle Völker der Erde werden durch dich gesegnet werden“. Es ist unsere Verant¬wortung, den Segen des Herrn mit anderen zu teilen, mit einer besonderen Betonung auf Andere, in unterschiedlichen Kulturen.


Quellen:
Kairos Material
Patrick Johnstone, „Größer als man denkt“
Patrick Johnstone, „Gebet für die Welt“
Neal Pirolo, „Berufen zum Senden“


Mit freundlicher Genehmigung von Kairos Kurs Deutschland. Änderungen von Globe Mission.