Berufung zum Missionar | Missionare berichten

Eine Berufung Gottes kann unterschiedlich empfangen werden. In manchen Fällen ist die Berufung ein einmaliges, sehr klares Erlebnis, in vielen Fällen handelt es sich jedoch eher um einen Prozess. Hier findest Du Berichte von Missionaren, die ihre Berufungserlebnisse schildern. Es macht auch Mut, Biographien zu lesen, in denen Berufungserfahrungen detaillierte und auf spannende Weise dargestellt werden.

Berufung einer Missionarsehefrau

Janet ThurstonIch wurde mit 31 Jahren ganz klar in die Mission „berufen“. Damals hatte ich zwei Kinder und ein drittes war unterwegs. Mein jüngerer Sohn Daniel und ich waren auf einer Tagung während Mark und mein Mann Brad bei einer Jugenkonferenz in Deutschland mitarbeiteten. Der amerikanische Gastredner unterbrach urplötzlich seine Predigt und sagte: „Ich rede mit Dir – ich will, dass Du dein Geburtsland (Schottland) verlässt, den Ort, an dem Du nie wirklich Frieden gefunden hast, und ich will, dass Du wie Abraham in ein Land gehst, dessen Sprache Dir fremd ist, dorthin, wo Dein Mann gerade ist“.

Ich bin so froh, dass Gott mich persönlich ansprach, da die ersten zwei Jahre in Deutschland sehr schwierig waren. Heute kann ich mit Gewissheit sagen: ich weiß, warum ich hier bin. Ich nahm die Herausforderung an und tue heute nach meinem besten Können das, wozu Gott mich berufen hat.

Janet Thurston

Jeder Nachfolger Jesu ist berufen

WeissenfelsAls uns klar wurde, dass jeder Nachfolger Jesu berufen ist, Zeugnis für ihn abzulegen, bekam der Satz: „Wenn wir nicht, wer sonst?“ eine drängende Bedeutung. Besuche von Missionaren an unserem Wohnort und ein missionarisch gesinnter Praktikant in unserer Gemeinde, führten uns weiter. Schließlich bewarben wir uns um eine Missionarsstelle in Kamerun. Durch diesen Prozess wurden wir in unserem Vorhaben bestärkt. Gott wirkte in uns den Glauben an seine wunderbare Versorgung, worauf Armin seinen Beamtenjob kündigte und wir „aufs Wasser traten“. Wie und wo wir dienen sollten, hat Gott uns erst später offenbart.

Armin und Patty Weißenfels

Eine späte Berufung

Marion PestkeMeine Kindheit verbrachte ich in verschiedenen Ländern und ich lernte drei Sprachen gut sprechen. Immer wieder sprachen mich Christen an, dass Gott mich mit meinen Erfahrungen in der Mission gebrauchen möchte. Aber ich wehrte mich gegen diesen Gedanken. Allerdings stand für mich fest, dass wenn Gott mir einen Auftrag gibt, werde ich immer zustimmen. Gehorsam ist für mich wichtig. Als mein Mann und ich eine Gemeinde leiteten, unterstützen wir Missionare und wollten sie noch wirkungsvoller unterstützen. Mein Mann schlug vor die Kandidatenschule von Globe Mission zu besuchen und damit auch unseren Horizont für das Thema Weltmission zu erweitern. Wir waren damals 39 Jahre alt. Während der Tage wurde mir klar, dass Gott mich mit meinem Mann sehr eindeutig als Missionare in ein lateinamerikanisches Land senden wollte. Mein Mann freute sich, da er seit vielen Jahren einen Ruf empfand, aber mir bisher nichts davon erzählt hatte.

Marion Pestke

Eine prophetische Vision

Brad ThurstonAuf der Überfahrt von Deutschland nach Schottland im Januar 1980 traf sich unser Team zum christlichen “Meditieren” im “Meditationsraum” des Schiffes. Über eine Stunde lang standen wir über einer Landkarte von Europa, tauschten uns über die ersten zwei Kapitel des zweiten Thessalonicherbriefes aus und sprachen uns gegenseitig Prophetien zu. Gott redete über Evangelisation in einem Gebiet konvergierender und divergierender Gruppierungen. Das Ruhrgebiet in Deutschland ist der Knotenpunkt Europas mit internationaler Anbindung. Gleichwie die Thessalonicher das Evangelium nach Achaia brachten, so würde wirkungsvolle Evangelisation im Knotenpunkt Europas die Vorbereitung auf weltweite Missionsarbeit leisten. Als wir diese Vision in einigen Jugendgruppen dieser Gegend vortrugen, fragte ein junger Mann: „Wer wird kommen und uns zeigen, wie es geht?“ Nach einigem Ringen ordnete ich mich der Leitung des Heiligen Geistes unter und sagte: „Herr, ich weiß nicht, wie es aussehen könnte, aber wenn Du mich gebrauchen willst, dann bin ich bereit, zu gehen.“ Nachdem der Herr einige Monate später auch meine Frau rief, bereiteten wir uns auf die Ausreise nach Deutschland im folgenden Jahr vor.

Brad Thurston


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